Orientalischer Tanz – Raqs Sharqi – „Bauchtanz“

Orientalischer Tanz oder Raqs Sharqi oder „Bauchtanz“
Raqs Sharqi bedeutet – wörtlich übersetzt – Tanz des Orients. Er unterteilt sich heute in drei hauptsächliche Formen: den Raqs Baladi (ländlicher Tanz), den Raqs Sha’abi (städtischer oder Tanz des Volkes), und den Klassischen Raqs Sharqi. Linda Mameri unterrichtet alle drei Formen des orientalischen Tanzes.

Linda Mameri. Tanzlehrerin. Tänzerin. Orientalischer Tanz / Bauchtanz in Hamburg. Foto: Christine NeumannDer Begriff „Bauchtanz„, der in Deutschland am meisten verbreitet ist, ist – historisch betrachtet – relativ neu und im Okzident entstanden. Bauchtanz, also ein Tanz des Bauches! Hierin liegt bereits rein technisch betrachtet eine grobe Vereinfachung, da der orientalische Tanz (Bauchtanz) nicht nur aus Bewegungen des Bauches,  sondern im Gegenteil zu vielen anderen Tänzen aus Bewegungen aller Körperteile besteht, die kunstvoll und in technisch anspruchsvoller Weise verbunden sein wollen. Darüber hinaus hat der Begriff Bauchtanz etwas Pejoratives,  er weckt über den Bezug auf den „Bauch“ vollkommen falsche Assoziationen zu Striptease oder Lapdance, die die komplexen Anforderungen an die Tänzerin in Bezug auf Technik, Rhythmusgefühl und vor allem Ausdrucksstärke in ungerechtfertigter Weise herabsetzen. Die – vor allem westliche – Vorstellung, der orientalische Tanz sei ein erotischer Tanz, der in den Harems für Sultane entwickelt wurde und zu ihrer erotischen Animierung diente, ist lediglich eine der vielen Legenden, die sich um den orientalischen Tanz ranken. Daraus sind die oben beschriebenen Vorurteile entstanden, die seriösen Tänzerinnen noch heute entgegenschlagen. Aus diesen Gründen ist die Verwendung des Begriffs orientalischer Tanz vorzugswürdig.

Der Raqs Baladi wurde von Bewohnern ländlicher Regionen Ägyptens auf ihrer Landflucht in die großen Städte Ägyptens mitgenommen und dort aufgrund der neuen Einflüsse weiterentwickelt. Die Basis dieses traditionellen Tanzes sind einfache Rythmen, auf denen Musiker und Tänzerinnen improvisieren. Improvisation ist das zentrale Element des Baladi.

Linda Mameri. Tanzlehrerin. Tänzerin. Orientalischer Tanz / Bauchtanz in Hamburg. Foto: Eric MeyerRaqs Sha’abi ist ein Oberbegriff für folkloristische Tänze der Ghawazi, Fellahi und anderer Stämme. Der Raqs Sha’abi ist ebenfalls traditionell und umfasst mehrere Unterarten weiblicher und männlicher Tänze (Stocktanz). Der Raqs Sha’abi ist ein fröhlicher, festlicher Tanz. Wesentliche tänzerische Elemente sind ein schweres, kraftvolles Becken, Vibrationen, Erdverbundenheit, Zentrierung und ganzheitliche Bewegung.

Der klassische Raqs Sharqi wurde seit den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aus den traditionellen Tänzen, v.a. aus dem Baladi, entwickelt, um ihn an die Bedürfnisse der Bühne anzupassen. Neue Elemente sind ein elaboriertes Bühnenbild und das zweiteilige Kostüm mit Pailletten, das für den „Bauchtanz“ zum Symbol geworden ist. Der eigentliche Tanz ist an westliche Tänze angenähert worden, ist verfeinert und zu einer eleganten Ausdrucksform geworden.


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